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Frohnhausen Arbeiterviertel Pollerbergshof

 

Nach der Vereinigung der Bürgermeisterei Altendorf mit der Stadt Essen 1901 beauftragte Oberbürgermeister Erich Zweigert den neuen Leiter des Stadterweiterungsamtes und späteren Gründer des Ruhrsiedlungsverbandes, Robert Schmidt, mit der Erstellung eines Bebauungsplanes für das neue "Essen-West".

 
Seinen Bebauungsplan (veröffentlicht 1904) ergänzte Schmidt zukunftsweisend für den deutschen Städtebau durch "Allgemeine Erläuterungen". Auf dem zeitgleich von der Stadt Essen erworbenen Langenfeld (Hof Pollerberg gt. Lange) im Stadtteil Frohnhausen entstand nach den Ideen Schmidts der "Pollerbergshof" als Reform-Arbeiterviertel. Die rasche Erschließung neuer Wohnviertel sollte hier unter besonderer Beachtung hygienischer, wirtschaftlicher und ästhetischer Gesichtspunkte ermöglicht werden. Die Stadt veräußerte zu diesem Zweck das relativ preisgünstige Bauland unter Auflagen (schneller Baubeginn, Prüfung der Fassaden durch eine Kommission u.a.) an die zumeist privaten Bauherren. Einzelne Schmuckstraßen mit villenähnlicher Bebauung sollten dazu beitragen, eine einseitige Sozialstruktur zu vermeiden.
 
 
Der Frohnhauser Platz mit Marktbrunnen, das Restaurationsgebäude "Schwarzer Diamant" (1911-1913, Fassadenentwurf Städtisches Hochbauamt), die von verschiedenen Architekten gestaltete Marktfront (Frohnhauser Platz 2-4) und die Apostelkirche mit dem Gänsereiterbrunnen (1912-13, Architekt Ewald Wachenfeld) zählen heute zu den herausragenden städtebaulichen Leistungen der Kaiserzeit im Ruhrgebiet.
 
Die Anlage von begrünten Innenhöfen, Straßenbäumen und Binnenparks (Westpark und Bärendelle) entsprach der von Schmidt favorisierten Durchdringung von Stadt und Natur. Der vom Nationalen Arbeiterverein Werk Krupp 1910-12 gebaute Siedlungsblock Luisenhof an der Hildesheimer Straße (Architekt Adolf Feldmann) verfügt über einen öffentlich zugänglichen, vollständig begrünten Innenhof mit Brunnen.
 
 
Literaturhinweis: Robert Welzel, Wie Frohnhausen zum Gänsereiter kam Ästhetische Gesichtspunkte der Essener Stadtplanung am Beispiel eines Brunnens, in: Essener Beiträge 115 (2003), Klartext-Verlag Essen